Finden Sie Ihr Unternehmen!

Ich habe bereits in meinen Artikeln über den ZDE, den Zweck der Existenz, geschrieben, und auch darüber, wie Sie den passenden Arbeitgeber finden, allerdings mehr von der organisatorischen Seite. Nun geht es darum, Sie zu sensibilisieren für die Art und Weise, wie Sie Ihr Leben und auch Ihr Arbeitsleben gestalten wollen und mit welcher inneren Einstellung Sie Ihre Ziele verfolgen.

Die Big Five for Life sind die fünf Dinge, die wir in unserem Leben erleben, sehen oder machen wollen, bevor wir sterben. Ihr ZDE spiegelt die Frage wieder, warum Sie hier sind. Was ist die Bestimmung in Ihrem Leben. Beide Fragen sind nicht immer leicht zu beantworten. Es gibt zwar immer wieder Menschen, denen schon sehr früh klar war, was Sie später mal beruflich machen wollen, aber erstens sind diese in der Minderheit und zweitens kann es auch bei ihnen der Fall sein, dass sie einem Hirngespinst nachgejagt sind, dass sie sich nie zu hinterfragen getraut haben. Es ist also immer wichtig, sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Und zwar so früh wie möglich. Und wenn Sie älter werden, dürfen und sollten Sie dennoch Ihr Leben immer wieder hinterfragen, denn die Dinge ändern sich.

Bei Ihrem ZDE kann ich Ihnen Hilfestellung bieten, denn eine Berufsberatung ist eine sinnvolle Investition, um eine passende Richtung zu bestimmen. Es gibt aber auch Berufe, die man nicht „lernen“ kann, sondern die sich nur mit der nötigen Lebens- und Berufserfahrung ausüben lassen. So macht es meines Erachtens wenig Sinn, sich mit 25 Jahren zum Lebensberater durch verschiedene Coaching-Ausbildungen ausbilden zu lassen, weil man den Haufen auswendig gelernter Theorien mangels eigener Lebenserfahrung nicht mit Leben füllen kann. Aber ein Studium der Wirtschaftspsychologie zu absolvieren, viele Jahre zu arbeiten, viel zu lernen, eigene Prozesse zu durchleben und eigenes Wachstum ständig anzustreben, qualifiziert aus meiner Sicht durchaus zu einem guten Coach.

Ich als Berufsberaterin kann also beim Einstieg behilflich sein, doch Sie selbst sind verantwortlich dafür, Ihren ZDE ständig zu überprüfen und die richtigen Wege einzuschlagen.

Ihre Big Five for Live müssen Sie ganz alleine finden. Und das ist schwieriger als man zunächst annimmt. Denn Sie müssen sich mit Ihren Träumen auseinander setzen, Sie müssen ins Fühlen kommen, Sie müssen sich selbst gut spüren, um auf Ihr Herz hören zu können. Dafür braucht es etwas Zeit und auch Alleinsein. Wenn Sie Ihren Tag damit verbringen, sich voll zu dröhnen mit Geräuschen, sei es Musik oder das Geplapper von anderen Menschen, wenn Sie permanent mit anderen zusammen sind, weil Sie das Alleinsein oder die Stille nicht ertragen, dann wird es schwierig bis unmöglich, auf Ihr Herz, Ihre Seele zu hören.

Beides – Ihr ZDE und Ihre Big Five for Live – ist die Basis für ein glückliches und erfolgreiches Leben.

Es ist jedoch nicht ausreichend, diese beiden nur zu kennen, Sie müssen auch danach leben wollen und in die Umsetzung gehen. Andernfalls werden Sie Träume haben, aber nicht Ihre Träume leben. Egal, ob Sie nur ein Praktikum absolvieren oder eine Ausbildung, ob Sie einen Werkstudentenjob suchen oder eine feste Arbeitsstelle: Seien Sie sich klar, wie Sie leben und arbeiten wollen und wie Sie behandelt werden möchten. Nach diesen Kriterien suchen Sie sich den Partner aus, bei dem Sie zukünftig viel Zeit verbringen.

Ich will Ihnen hierzu einige wichtige Denkanstöße geben, die meiner Meinung nach unverzichtbar sind für effizientes, effektives und freudvolles Arbeiten. Machen Sie sich noch einmal sehr bewusst, dass Sie in der Arbeit den Großteil Ihrer wachen Lebenszeit verbringen. Was brauchen Sie also, um sich so richtig wohl zu fühlen?

Wo sollte die Lage des Gebäudes sein, in dem Sie tagtäglich arbeiten werden und – wenn es sich nicht um ein einfaches Praktikum handelt – das über einen längeren Zeitraum? Steht das Firmengebäude inmitten trister, grauer Straßen und anderer Gebäude, wo es wenig Bäume und anderes Grün gibt, vielleicht sogar in einem hässlichen Industriegebiet oder haben Sie Natur um sich herum? Hören Sie nicht nur brüllenden Verkehrslärm, sondern auch Vogelgezwitscher?

Wie sollte das Gebäude aussehen, das Sie jeden Tag betreten? Fühlen Sie sich wohl, wenn Sie in einen grauen unpersönlichen Kasten gehen, der aus Beton und Stahl gebaut wurde und auch noch so muffelt, mit unhygienischen Teppichböden aus Kunstfasern, die nicht nur nicht ökologisch sind, sondern mit gesundheitsschädlichen Klebern angebracht wurden? Oder möchten Sie lieber ein Firmengebäude betreten, das schon von außen einladend wirkt, das innen über echte Holzböden verfügt, die von Natur aus antibakteriell sind und eine angenehme wohnliche Atmosphäre verbreitet?

Wie sollten generell die Räumlichkeiten sein? Wollen Sie in Käfighaltung arbeiten, wo Sie auf graue Wände starren, in die wenig oder kein Tageslicht eintritt und in dem Sie die Fenster nicht öffnen können, weil alles über eine Klimaanlage geregelt wird, die Sie als Einzelner nicht steuern können? Wo Sie unter Leuchtstoffröhren arbeiten müssen, die eine Million Mal pro Minute flimmern und Kopfschmerzen verursachen? Oder wünschen Sie sich einen Raum, in dem Sie sauerstoffreiche Luft von außen hineinlassen können, weil Sie das Fenster öffnen können, wann immer Sie es wollen und in dem Sie viel Tageslicht haben, das Sie energetisiert? Wollen Sie in Räumen arbeiten, die so ausgestattet sind, dass Sie sich wohl fühlen und die Sie sehr gern betreten?

Der Tag hat 24 Stunden; nehmen wir mal an, Sie schlafen davon 8 Stunden, Sie benötigen 1 Stunde für den Arbeitsweg hin- und zurück und sind 10 Stunden in der Firma (davon eine Stunde Pause). Ihnen bleiben noch 5 Stunden für Frühstück und Abendessen, Körperpflege, lesen, Zeit für Kinder, Partner und Hobbys. Sie verbringen also die meisten Zeit des Tages in einem Unternehmen und nicht zu Hause. Die Masse der Menschen richtet sich ihr Heim mehr oder weniger gemütlich ein, damit sie sich wohl fühlt nach einem Arbeitstag, aber die Stunden, die sie hier verbringt sind nur ein Bruchteil der Arbeitszeit. Macht es da nicht Sinn, den Fokus auf den Arbeitsplatz zu legen? Viele Menschen leisten sich eine teure Unterkunft, um sich dort nach der Arbeit wohl zu fühlen, für die sie jedoch noch länger und härter arbeiten müssen, um sich diese leisten zu können, womit sie diese noch weniger nutzen können. Ein völliger Irrsinn! Ich sage nicht, dass es quatsch ist, sich sein Heim gemütlich einzurichten, aber macht es nicht Sinn, den Fokus auf den Bereich zu legen, in dem man sich am meisten aufhält?

Wie wollen Sie als Angestellter von den Kollegen und Vorgesetzten behandelt werden? Wollen Sie als Arbeitssklave behandelt werden, als eine austauschbare Nummer, die ihren Dienst verrichtet, aber der ansonsten keinerlei Wertschätzung entgegengebracht wird? Oder ziehen Sie es vor, einen menschlichen und respektvollen Umgang mit allen zu haben, einen Umgang bei dem man auch mal scherzen kann, bei dem es menschelt und man gern mit den Kollegen und Chefs arbeitet?

Ich will Ihnen etwas verraten. Wenn man in Gebäuden arbeitet, die ich als erstes skizziert habe, dann ist schon der Weg zur Arbeit nicht froh machend und energetisierend. Die Stimmung ist entweder schon unten oder wird zunehmend im Laufe des Tages sinken, weil auch der Arbeitsplatz menschenfeindlich ist. Das betrifft alle Menschen. Wenn Sie sich also in solchen Firmen bewerben, dann muss Ihnen klar sein, dass Sie dort nicht auf liebenswürdige, fröhliche Menschen treffen, die nicht nur ihr eigenes Wohl, sondern auch Ihres im Blick haben. Stattdessen werden Sie auf Menschen treffen, die emotional abgestumpft sind, denen Sie vollkommen egal sind, denn wer so mies mit sich selbst umgeht, dass er in einer derartigen Atmosphäre arbeitet, von dem können Sie nicht verlangen, dass er dann mit Ihnen menschlich und respektvoll umgeht. Eigentlich ganz logisch, oder? Nur dass die meisten Menschen diese Schlüsse nicht ziehen. Für sie schreibe ich diesen Artikel.

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Aber es geht noch weiter. Wer in einer eher menschenfeindlichen Umgebung arbeitet, immer wieder unter Kopfschmerzen leidet oder generell viel weniger Energie hat als er haben könnte unter besseren Voraussetzungen, der wird einfach nicht so effektiv arbeiten können, wird häufiger krank sein und dafür sorgen, dass das Unternehmen viel weniger Gewinn einfährt als es möglich wäre. Unternehmen, die weniger Gewinne einfahren, werden irgendwann handeln müssen. In Norddeutschland sagt man: „Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.“ Mit anderen Worten: Sie haben es in diesem Unternehmen mit Führungskräften zu tun bis in die oberste Spitze, die einfach nichts verstanden haben. Die nur kurzfristig denken und die möglichen Konsequenzen übersehen. Von diesen Führungskräften haben Sie keine nennenswerten positiven Signale zu erwarten. Diese Führungskräfte sehen in Menschen nur den Kostenfaktor statt die Gewinnmöglichkeiten und daher wird an den Gehältern geschraubt oder Mitarbeiter werden entlassen oder aber die wöchentliche Arbeitszeit erhöht. Hier werden Mitarbeiter wie ein verzichtbares Wirtschaftsgut behandelt und sie werden hin und hergeschoben wie Bauern in einem Schachspiel. Heerscharen von Unternehmensberatern fallen in diese Unternehmen ein, um die Prozesse zu analysieren, um kommen immer wieder auf die gleichen Ergebnisse: Umstrukturieren, Betriebszweige verkaufen, entlassen. Das alles hätten die Führungskräfte dieser Unternehmen selbst herausfinden können, ohne Hunderttausende von Euros den Unternehmensberatungen in den Rachen zu schmeißen. Dennoch werden sie engagiert. Warum? Ganz einfach: auf diese Art und Weise wird die Verantwortung der Veränderungen auf die Ergebnisse der Unternehmensberatungen geschoben. Für ehrliche Gespräche auf Augenhöhe sind weder die Firmenchefs noch deren Führungskräfte geeignet, weil sie zu feige und mental inkompetent sind.  Dort wollen Sie nicht wirklich mit Freude arbeiten, oder?

Mal abgesehen davon, dass ich bereits eine 40-Stunden-Woche für zu viel halte, ist es üblich, dass viele Menschen zusätzlich noch reichlich Überstunden machen. Bei Führungskräften wird es sogar erwartet, und das erhöhte Gehalt soll die zusätzliche Zeit gleich mit abdecken, wobei nicht mal festgelegt wird, wie viele Überstunden überhaupt sinnvoll sind und / oder erwartet werden. Das führt dann leicht zu einer 60-, 70-Stunden-Woche. Wer so viel arbeitet hat weder ein Familienleben noch ein Sozialleben. Das ist meines Erachtens überhaupt kein Leben. Die einzige Ausnahme, die ich hier gelten lasse, ist die Gründerzeit von zwei, drei Jahren eines eigenen Unternehmens.

Sie haben die Wahl: Sie können zu einem Arbeitgeber gehen, der Sie wertschätzt und den Begriff Produktivität bis ins Detail verstanden hat oder in ein Unternehmen, in dem man gerne bereit ist, Sie auszubeuten und zu Tode zu schinden.

So etwas sollte meiner Meinung nach überhaupt nicht toleriert werden. Mittel- bis langfristig sinkt die Produktivität dieser Mitarbeiter. Allerdings stellt man das nur fest, wenn man offen ist für neue Denkansätze statt an althergebrachten Mustern festzuhalten. Eine 38-Stunden-Woche sollte ausreichen; wenn jemand seine Arbeit in 40 Stunden pro Woche nicht schafft, läuft etwas radikal aus dem Ruder. Entweder haben wir es hier mit ineffektiven Arbeitsweisen der Mitarbeiter zu tun oder aber das gesamte Unternehmenskonzept ist falsch aufgebaut.

Die Arbeitszeiten sollten grundsätzlich flexibel sein. Am besten überlässt man die Frage, wann jemand zur Arbeit erscheint, demjenigen, der es am besten weiß: dem Mitarbeiter selbst. Er weiß nämlich am besten, ob er produktiv für das Unternehmen arbeiten kann, wenn er um sieben Uhr in der Früh beginnt, weil er ein Frühaufsteher ist oder ob es für ihn angenehmer ist, erst gegen neun Uhr zu kommen, aber dafür länger am Abend zu bleiben. Der Mitarbeiter weiß selbst am besten, wann er seine Kinder in den Kindergarten bringt. Wie um alles in der Welt sollte ein Vorgesetzter wissen, welcher Zeitplan am besten funktioniert, wenn man Kinder zur Schule bringen oder abholen muss und wann es Sinn macht, Urlaub zu nehmen? Wie soll ein Vorgesetzter den Biorhythmus seiner Mitarbeiter kennen?

Wer sich seine Zeit für sich selbst perfekt einteilen kann, hat mehr Freude, mehr Energie, arbeitet produktiver, erledigt Dinge effizienter, löst Probleme schneller, hat mehr Elan, wenn er mit Kunden oder Kollegen zusammen arbeitet, ist weniger genervt und hat dadurch einen freundlicheren Umgangston und bleibt dem Unternehmen länger erhalten.

Es gibt eine Menge, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitern bieten kann, damit diese freudvoller und produktiver arbeiten. Hierzu gehört auch die Möglichkeit, mal auf andere Gedanken kommen zu können, indem man mit Kollegen eine Runde kickert oder Tischtennis spielt, einen Massagetermin im Unternehmen wahrnimmt oder die Gelegenheit hat, Sport zu treiben durch ein hauseigenes Fitness-Studio oder eine Turnhalle. Nicht jede Firma kann alles davon umsetzen, da es eine Frage der Größe ist, aber jedes Unternehmen weltweit kann viel mehr für seine Leute tun als bisher. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Wenn ein Unternehmen eine hauseigene Kantine zur Verfügung hat, so ist es Sache der Unternehmensleitung, welche Art Koch sie einstellt und welche Art Essen angeboten wird. Wird Wert gelegt auf biologische und regionale Produkte, die liebevoll zubereitet werden und entsprechend schmecken? Oder gibt es den üblichen Einheitsbrei, der aus Industrienahrung, Füllstoffen und krankmachenden Zusatzstoffen besteht, der müde, träge und krank macht? Wenn es keine Kantine gibt, kann der Unternehmensführer immerhin dafür sorgen, dass täglich gesundes Wasser, frisches Bio-Obst und Nüsse kostenlos verteilt werden. Wer scharf auf Junk-Food ist, muss sich das selbst kaufen.

Menschen mit einer guten geistigen Verfassung treffen bessere Entscheidungen als im Koffein- oder Zuckerrausch. Menschen mit einer guten körperlichen Verfassung treffen ebenfalls bessere Entscheidungen. Zum Thema Gesundheit und auch Ernährung werde ich in späteren Artikeln ausführlich Stellung nehmen.

Aber Achtung: Ein Unternehmen ist nicht deshalb gleich geeignet, weil es den Mitarbeitern einen Kleiderreinigungsservice anbietet, Botengänge oder andere Erledigungsdienste anbietet. Denn wenn diese Annehmlichkeiten nicht gekoppelt sind mit einer 38-Stunden-Woche, geht es nur darum, nach Außen gut dazustehen und sich zu rechtfertigen, dass die Mitarbeiter täglich lange im Unternehmen zu schuften haben. Es ist der Weg, sie an den Arbeitsplatz zu binden und hat nichts mit dem Verständnis zu tun, wie man mit Mitarbeitern umgehen sollte.

Ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen ist auch die Frage der Einarbeitung. Jedes Unternehmen verkauft sich in den Gesprächen ganz gut, aber hält es, was es verspricht? Bei einem der bekanntesten deutschen Telefonanbieter haben Sie in der kaufmännischen Ausbildung denkbar schlechte Karten. In der Theorie werden Sie selbstverständlich ausreichend eingearbeitet und Sie haben immer einen Ansprechpartner. Doch in der Praxis ist davon nicht viel zu sehen. Man könnte meinen, dieser Konzern bildet nur aus, um Strafzahlungen zu vermeiden, und nicht um engagierte, loyale Mitarbeiter zu bekommen. Man kann von neuen Leuten nicht erwarten, dass sie gleich durchstarten und profitabel arbeiten. Daher ist es notwendig, nicht nur in der Ausbildung, sondern generell einen Mentor zu haben, den der Neue auf Schritt und Tritt begleiten kann, um die Prozesse zu durchdringen, zu lernen und die Firmenphilosophie zu verstehen.

Herausragende Leistungen entstehen im richtigen Umfeld.

Allerdings wird in der Praxis immer wieder der gleiche Fehler begangen, wenn Menschen etwas gestalten: Sie entwickeln Systeme mit dem Ziel der Perfektion, statt sich das Ziel zu setzen, exzellent zu sein.

Suchen Sie ein Unternehmen, dem die eigenen Mitarbeiter mindestens so wichtig sind wie die Kunden. Die Aufmerksamkeit auf den eigenen Mitarbeitern zu haben, sorgt dafür, dass den Kunden die allerbesten Kräfte für ein Projekt zur Verfügung stehen. Wir alle haben jeden Tag die Wahlmöglichkeit, wie und mit wem wir unsere Zeit verbringen, wofür wir Geld ausgeben, über was wir nachdenken und wofür wir Energie verwenden.

Die meisten Menschen treffen ihre Entscheidungen, in dem sie auf etwas reagieren. Jemand in ihrem Leben schreibt ihnen etwas vor, verleitet sie zu etwas oder übt Druck aus, und die Leute reagieren darauf. Aber wenn man so lebt und arbeitet, resultieren daraus nicht viele großartige Momente. Man landet dort, wo andere es für einen vorgesehen haben, und man macht die Dinge so, wie andere es gemacht haben wollen, unabhängig von der Sinnhaftigkeit. Sie können aber auch eine bewusste Entscheidung treffen, ihrem Leben die Richtung zu geben, die sie sich selbst wünschen. Sie selbst haben die Kontrolle über ihre eigene Existenz.

John Strelecky beschreibt in einem seiner Bücher einen sehr speziellen Museumstag. Stellen Sie sich vor, dass jeder Tag unseres Lebens katalogisiert würde: Unsere Gefühle, die Dinge mit denen wir Zeit verbringen und die Menschen, mit denen wir zu tun haben. Und am Ende unseres Lebens würde ein Museum gebaut werden, in dem Sie jeden Tag Ihres Lebens auf Bildern sehen können. Wenn Sie zu 80 Prozent Ihrer Zeit in einem unbefriedigenden Job wären, dann wären 80 Prozent der Bilder mit Ihren negativen Eindrücken gefüllt. Wenn Sie durch den Job ständig unzufrieden oder frustriert wären, mit anderen Menschen schlecht umgehen und sie anschreien, so würde das ebenfalls dokumentiert sein. Wenn Sie gern eine liebevolle Mutter wären, aber ständig an ihrem Kind herum nörgeln oder dauernd genervt sind, so würden Sie genau das sehen und nicht die liebevolle Mutter, die sie gern gewesen wären. Nun stellen Sie sich vor, wie das für Sie sein wird, wenn Sie am Ende Ihres Lebens durch dieses Museum gehen. Wie würden Sie sich fühlen? Und alle anderen Besucher würden uns genauso kennen lernen, wie wir tatsächlich waren, nicht wie wir gern gelebt hätten.

Aus Erfahrung heraus kann ich sagen, dass man die Menschen grob in drei Gruppen einteilen kann: Es gibt eine große Gruppe, die nur jammern will. Die Menschen in dieser Gruppe sind nicht an Lösungen und Veränderungen interessiert. Sie wollen einfach nur jammern. Sie suhlen sich in ihrer Unzufriedenheit und alle Verbesserungsvorschläge seitens ihres Umfeldes werden gekontert mit Argumenten, warum diese Vorschläge genau bei ihnen nicht funktionieren. Wenn Sie sich mit diesen Menschen treffen, dann schütten diese Leute ihren ganzen emotionalen Mist über ihnen aus und lassen Sie mit dem Dreck dann allein stehen.

Ich kann Ihnen eines ganz bestimmt versichern: Sie werden solche Leute niemals ändern, und das Beste, was Sie tun können, ist, diese Art Leute aus Ihrem Leben zu verbannen. Egal, um wen es sich handelt. Selbst wenn es die eigene Mutter sein sollte. Solche Menschen reißen alles andere mit in den Abgrund. Es ist besser, wenn sich diese Menschen ihres gleichen suchen oder sie vereinsamen zu lassen. Das ist meines Erachtens die einzige Möglichkeit, sie irgendwann zur Besinnung zu bekommen, wenn überhaupt.

Die zweite große Gruppe besteht aus den Menschen, die jammern und eine Veränderung ihrer Situation wollen. Aber die Veränderung soll aus dem außen kommen, denn das Außen „ist schuld“. Eine der Hauptgründe, warum zwei Menschen in eine Paartherapie gehen ist, dass jeder von beiden vom Therapeuten hören will, dass er Recht hat und der andere im Unrecht ist. So kann Partnerschaft aber nicht funktionieren. So funktioniert das gesamte Leben nicht. Denn jeder Einzelne trägt die Hundertprozentige Verantwortung dafür, wie sein Leben verläuft, mit wem er Zeit verbringt und was in seinem Umfeld passiert.

Die dritte Gruppe ist eine ganz kleine Gruppe, die in den vergangenen Jahren jedoch glücklicherweise gewachsen ist. Das sind die Menschen, die Verantwortung für sich und ihr Leben übernehmen, und wenn sie eine Veränderung ihrer Situation wollen, dann fragen sie, was sie dafür tun müssen. Sie denken nicht problemorientiert, sondern lösungsorientiert.

Wenn sich etwas anders entwickelt als wir uns das wünschen, dann neigen die meisten Menschen dazu, zu fragen: „Warum passiert mir das?“ Damit verfallen sie in eine Opferrolle und finden nur schwer Lösungen. Betont man dieselbe Frage anders: „Warum passiert mir das?“ verändert sich der gesamte Fokus. Man betrachtet dann die Dinge nicht länger aus der Perspektive eines Opfers, sondern eines Suchenden. Hier geht es um die Fragen: Was kann ich daraus lernen? Welche Erkenntnisse kann ich gewinnen? Wie kann ich Lösungen entwickeln?

Denken Sie stets an Ihr eigenes Museum und entscheiden Sie dann, was Sie am Ende selbst sehen und wie Sie in Erinnerung behalten werden wollen.

Das bedeutet aber auch, unsere Selbstzweifel loszulassen. Das geht einher damit, unseren Perfektionsanspruch zu verabschieden. Wenn wir Angst davor haben zu handeln, bevor wie sicher sind, dass alles perfekt laufen wird, werden wir nie handeln.

Wenn Sie sich für eine Tätigkeit bewerben, werden Sie Bewerbungsgespräche führen. Die meisten Bewerber haben bewusst oder unbewusst Angst, abgelehnt zu werden. Das führt zu einer wenig hilfreichen Haltung in den Gesprächen, da Sie dann Bedürftigkeit ausstrahlen und froh sein werden, wenn man Ihnen irgendetwas anbietet. Viele gehen auch viel zu unvorbereitet in diese Gespräche. Wenn sie vorbereitet sind, dann eher auf die Fragen der Gegenseite, aber selber fallen ihnen kaum relevante Fragen ein.

Das sollte Ihnen auf keinen Fall passieren. Ihnen sollte klar sein, dass nicht nur das Unternehmen Sie ablehnen kann, sondern auch Sie haben die Wahl, „nein“ zu sagen und sich für ein anderes Unternehmen zu entscheiden. Diese Entscheidung können Sie aber nur treffen, wenn Sie vorher bestimmte Punkte, die Ihnen wichtig sind, abgehakt haben.

Ich möchte Ihnen hierzu ein eigenes Beispiel nennen. Ich hatte mich in einer Unternehmensberatung beworben und ein sehr angenehmes Gespräch mit meinem unmittelbaren Vorgesetzten geführt. Mir gefielen die Räumlichkeiten sehr gut, die Kollegen machten einen angenehmen Eindruck, und die Atmosphäre war so, dass man eigentlich nur zusagen konnte. Dass ich keine Jeans tragen durfte konnte ich akzeptieren, da man nicht zwingend erwartete, dass ich im Kostüm auflief, was ich nicht getan hätte. Aber es gab eine andere Reibungsfläche. Mein täglicher Biorhythmus ist dergestalt, dass ich morgens etwas länger schlafe, dafür noch abends Hochleistungen bringen kann. Der späteste Arbeitsbeginn im Unternehmen war 8:30 Uhr. Da ich üblicherweise bis 08:00 Uhr schlafe und eine Viertelstunde Anfahrt zur Firma hatte, war klar, dass ich halb neun nicht schaffen würde. Ich schlug also neun Uhr vor.

Mein zukünftiger Chef war damit nicht einverstanden, weil er befürchtete, dass es Unruhe und Neid geben könnte bei den anderen Kollegen. Ich zeigte dafür Verständnis, blieb aber hart. Es war eine etwas zähe Verhandlung, in der ich mich nicht aus der Ruhe bringen ließ, ihm gegenüber humorvoll und wertschätzend war, aber eisern in meiner Forderung. Was ihn letztlich bewog, mir entgegenzukommen, war mein Argument, dass er eine absolut leistungsfähige Kollegin mit mir bekommen würde, die bei Berücksichtigung ihres Biorhythmus nur selten bis gar nicht krank wird, die mit Begeisterung ihre Arbeit macht und ihren Job liebt, und die überhaupt keine Probleme hat, abends länger zu bleiben, wenn er meine Hilfe benötigt. Er gab nach und hat es nie bereut. Neid oder Ärger gab es mit den Kollegen nicht, denn die waren froh, jemanden zu haben, der dafür ohne mit der Wimper zu zucken abends länger blieb. Und dann stellte ich nach zwei Wochen fest, dass es noch jemanden gab, der später kam. Sehr viel später… Oftmals erst gegen 11 Uhr. Der Chefstratege der Programmierer.

Lassen Sie sich also nicht ins Bockshorn jagen und machen sich rechtzeitig Gedanken darüber, was Ihnen wirklich wichtig ist. Achten Sie auch auf das Werteverständnis des Unternehmens, das mit Ihrem kompatibel sein muss, sonst sind erhebliche Probleme und Frustration vorprogrammiert. Ein ideales Unternehmen ist hier eines, das nicht daran interessiert ist, dass Sie nur zwei, drei Jahre bleiben, um ein paar Erfahrungen zu sammeln und dann wieder gehen. Das Unternehmen sollte nicht ein Schritt auf Ihrem Weg sein, sondern es sollte der Weg sein. Was nicht heißen muss, dass Sie den Anspruch haben sollten, dort anzufangen und dann dort auch in Rente zu gehen.

Wenn Sie sich in einem Unternehmen bewerben, in dem Sie nicht nur ein Festgehalt bekommen, sondern auch Boni ausgeschüttet werden, sollten Sie nachhaken, wie man mit sogenannten Underperformern umgeht, also mit Mitarbeitern, die keine herausragende Leistung (mehr) bringen. In einem exzellenten Unternehmen wird man sich um diese Mitarbeiter zunächst intensiv kümmern und wenn das keine Früchte trägt, muss man sich von diesen Leuten sofort trennen.

Laut der Gallup-Studie, die in Deutschland seit 2001 jährlich herausgegeben wird, sind 70 Prozent der Mitarbeiter eines Unternehmens nicht emotional an die Firma gebunden. Die Leute machen also Dienst nach Vorschrift, kreativer Gedankenaustausch findet nicht statt und die Produktivität dieser Leute ist eher mittelmäßig. Von diesen 70 Prozent haben etwa 30 Prozent schon innerlich gekündigt, während etwa 10 Prozent ihren Arbeitgeber bewusst schädigen. Der Schaden für die deutsche Volkswirtschaft beträgt dadurch 105 Milliarden Euro jährlich, der Schaden des Unternehmens ist ebenfalls enorm. Wenn Sie also nach Boni bezahlt werden, dann macht es Sinn, das Unternehmen genau unter die Lupe zu nehmen. Die meisten Gehälter und Boni von Managern basieren auf zwei Faktoren: auf den Umsätzen und der Anzahl der Mitarbeiter. Sie basieren nicht auf Renditen und Fluktuationsraten, was wesentlich ehrlicher wäre und die Führungskräfte zu einem anderen Handeln zwingen würde.

Und fragen Sie sich ehrlich: Werden Sie in diesem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, glücklich sein? Werden Sie glücklich in die Arbeit gehen und glücklich wieder nach Hause kommen? Ist Ihr ZDE kompatibel mit Ihrem eigenen ZDE? Arbeitszeit ist Lebenszeit und nimmt den größten Teil des Wachzustandes ein. Daher sollten Sie sorgsam wählen, wem Sie diese Lebenszeit zur Verfügung stellen.

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