Ein besonderes Feedback zur Berufsberatung

Für uns als Berater ist Feedback ein wichtiges Kriterium, um den Erwartungen, die an uns gestellt werden, auch gerecht zu werden – und wenn es sich um etwas Ausführlicheres handelt oder gar um Erfahrungsberichte, so ist das für uns das Salz in der Suppe. Daher freue ich mich sehr über eine Mail von Lukas (derzeit in Peru), der von den „Folgen“ seiner Berufsberatung bei mir in München berichtet. Und diese Mail möchte ich Ihnen (natürlich nach Absprache mit Lukas) nicht vorenthalten.

Liebe Frau Schaake,

ich habe so viel zu erzählen! Klar, wäre ja schade wenn nicht. Womit soll man da bloß anfangen… Also zuerst erzähle ich, was sich nun bis dato zum Thema Uni getan hat! Anschließend erzähle ich Ihnen ein paar Dinge, die ich so am anderen Ende der Welt erlebe. Nun denn…

Branding, damit hatten Sie mich ja in der Berufsberatung direkt von der ersten Sekunde an verzaubert. Bis heute hat sich dieser Favorit nicht anfechten lassen, somit kann ich Ihnen auch heute noch für Ihre Beratung danken! Danke! Die Frage bleibt: Wo? Wo soll der gute Lukas seine künftige Karriere in die Wege leiten? Wo werden die Weichen gestellt? Tja, ich möchte Sie noch ein wenig auf die Folter spannen!

Ich habe mich also direkt nach dem Abschlussgespräch an die Vorbereitungen für die Bewerbung in Amsterdam gesetzt. Wie Sie sich vielleicht erinnern, war Amsterdam ja sogar dem Studienort meiner Freundin nahegelegen.  Parallel zu den Vorbereitungen bezüglich Amsterdam, drängten meine Eltern (mein Vater) Richtung Hamburg. Mein Vater war/ist sehr angetan von der Brand Academy in Hamburg. Ich hingegen war nach wie vor dem Zauber des Amsterdam Fashion Institutes machtlos verfallen. Vor allem, nachdem meine Mutter und ich am Tag der offenen Tür dort gewesen waren. Auch meine Mutter konnte dem Flair und Ambiente der Schule nicht widerstehen und war somit überzeugt.

Die anschließenden Wochen waren nicht nur meine letzten in Deutschland, sondern erwiesen sich auch als Kampf gegen die Uhr. Ich wollte die Bewerbung fertig haben, bevor ich das geliebte Deutschland verlasse. Daraus wurde nichts. Ständig schob ich die fast fertige Bewerbung vor mir her, obwohl nur noch der Feinschliff fehlte. Warum? Ich war mir nicht sicher, hatte wenig Selbstvertrauen in mich und hatte Angst, nicht genommen zu werden. Hamburg war für mich ja keine Option, Amsterdam rief mich… Nun kam mein Vater wieder ständig mit Hamburg an und ich erledigte die Bewerbung sozusagen in null Komma nichts. Ich schickte Ihnen selbstverständlich noch mal die Unterlagen, die Sie dann netterweise auch korrigiert haben, und dann ging das ganze nach Hamburg. Binnen weniger Tage hatte ich eine Antwort, die liebe Frau Sahlmüller war dafür verantwortlich.

Sie drückte mir selbstverständlich den erst besten Termin für ein persönliches Gespräch auf, weil ich von meinem Südamerika Trip erzählte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich eigentlich mehr oder weniger nur wegen meiner Eltern mit der Brand Academy in Verbindung gesetzt, sah sie aber als “Backup-Möglichkeit” an. Wenige Tage nach dem E-Mail-Verkehr saß ich also im Zug nach Hamburg.

An der BA angekommen, war ich dann auf einmal nicht mehr der sonst so coole und gelassene Lukas. Ich fühlte mich wie am ersten Schultag. Ich musste erst an dem Gebäude vorbeilaufen, weil Studenten vor dem Eingang zur BA auszumachen waren und ich mich schlichtweg nicht traute, an ihnen vorbeizugehen. Ja, was war da geschehen? Ich weiß es bis heute nicht.

Dennoch konnte ich mich nach kurzem Ringen überwinden und habe die Hochschule betreten. Der erste Anblick machte einen recht spartanischen Eindruck, aber in einem stilbewussten Ambiente. Nun kam Frau Sahlmüller mir schon entgegengehechtet, weil ich Sie verzweifelt am Telefon wenige Minuten zuvor nach dem Weg fragte und Sie daraufhin Google Maps spielte. Mir war direkt wohl geworden und in mir breitete sich ein Gefühl der Sicherheit aus. Diese Frau nimmt einen wirklich an die Hand und hat eine dementsprechende Ausstrahlung. Ich nahm direkt das “familiäre” Flair der Hochschule wahr und war beruhigt, denn so kenne ich meine Schultage aus dem Internat. Da war mir die BA auf einmal ein ganzes Stück sympathischer geworden. Sie zeigte mir die ganze Hochschule, stellte mir im Vorbeilaufen so gut wie jeden Studenten vor und brachte mich zu dem Gespräch.

Die beiden Herren weckten mein Interesse für die Brand Academy mehr, als ich in der Bewerbung und dem Motivationsschreiben vorgaukeln konnte. Das Gespräch verlief gut. Nach ein paar Schweißausbrüchen, die manche Fragen verursachten, kam nun das Ergebnis. “Widerstandslos aufgenommen”, lautete das Urteil. Ich war glücklich, nicht nur weil ich meinen Eltern stolz erzählen konnte, wie ich Hamburg gerockt hatte, nein. Vor allem, weil die beiden Herren mir die BA schmackhaft gemacht haben. Ich hatte einen Studienplatz sicher. Ein gutes Gefühl, doch Amsterdam hatte mich nach wie vor gepackt.

Leider hatte ich es nicht geschafft, die Bewerbung vor meiner Abreise abzuschicken. Nun war ich erstmal in Südamerika, erschlagen von neuen Ereignissen, Erfahrungen usw. Nun kam der angenehme Gedanke, dass ich mich ja schon in trockene Tücher befördert hatte – mit der Zusage der BA… Ich war froh, mich bei der BA beworben zu haben, konnte mich aber nach wie vor nicht damit anfreunden. Natürlich verändert man sich durch so eine Reise, das hatten wir ja auch damals schon besprochen. Also möchte ich Ihnen nun von den Veränderungen erzählen.

Ich mache jeden Tag Sport. Ich esse keinen Weizen mehr. Ich esse keinen Zucker mehr. Ich lese jeden Tag mehr als 3 Stunden. Dazu habe ich einerseits das Buch “Leider geil, fett und faul”, in dem es kurz gesagt darum geht, wie ich meine inneren Schweinehund zum Schoßhund mache, und verschiedene Fantasy Romane als “leichten Stoff”. Die morgendlichen Stunden verbringe ich damit produktiv zu sein, mich weiterzubilden und mich mit mir selbst zu beschäftigen (eine Fähigkeit, die früher nicht sonderlich ausgeprägt bei mir war).

Am Mittag/Nachmittag gehe ich zur Arbeit. Ich arbeite in einem Waisenhaus hier in Cuzco, Peru. Was mache ich da? Ich spiele Sportlehrer. Ich tanze zum Beispiel mit den Kids Breakdance. Nach der Arbeit geht es ins Fitness-Studio. Ich habe mittlerweile ein Ernährungstagebuch, wo ich alles aufliste, was ich esse und ein Trainingstagebuch, wo ich meine Erfolge aus dem Training aufschreibe. Jeder Satz, jede Anzahl an Wiederholungen… alles schreibe ich auf.

Wie Sie vielleicht ahnen können, habe ich mir im Lauf der letzten 2 Monate dieses ganze Wissen bezüglich Kraftsport angeeignet. Ich habe Bücher, Artikel und Blogs über Bodybuilding gelesen. Nun der interessante Part für Sie: auch die Ernährung kam dabei nicht zu kurz. Etliche Berichte über die Übeltäter Weizen und Zucker habe ich mir durchgelesen. Bücher über die Ernährung im Sport allgemein. Alles habe ich verschlungen. Und nun steh ich hier und kann sagen: Ich habe was verändert. Ich koche mir selber 2-mal täglich Essen, ausgewogenes Essen.

Ich wollte Ihnen damals nicht glauben…”Essen Sie einen Monat mal keinen Zucker, keine Süßigkeiten oder ähnliches und Sie werden merken, dass Sie ruhiger und konzentrierter werden!”, sagten Sie zu mir, woraufhin ich in Gedanken nur den Kopf schüttelte. AAAAABER, Sie hatten recht! Jetzt könnte ich sogar 20 Minuten meditieren, wenn ich wollte. Eine so lange Zeit ruhig sitzen zu bleiben, wäre mir, als ich beinwippend auf Ihrem Stuhl im Büro saß, niemals in den Sinn gekommen.

Und noch etwas…rauchen ist auch von gestern, das habe ich mir nun auch abgewöhnt! Man sieht, es hat sich etwas getan… Auch die Lust am Schreiben habe ich durch das Lesen entdeckt. Was jedoch offensichtlich ist, ich kann kaum aufhören. Respekt, wenn Sie es bis hierhin ausgehalten haben.

Um das ganze hier mal Richtung Ende zu bewegen, bringe ich Sie auf den neuesten Stand bezüglich der Uni-Sache. Ich hatte meine Bewerbung für AMFI aus Peru nach Amsterdam geschickt, hatte jedoch wochenlang keine Antwort erhalten. Also keine Bestätigung, dass dort meine Bewerbung eingegangen ist. Auch nach mehreren E-Mails, die nicht einmal beantwortet wurden, tat sich nichts… Parallel dazu kam natürlich immer wieder der Gedanke: “ Wie gut, dass du schon in Hamburg sicher genommen worden bist!”

Ich fing also an, mehr über die BA in Erfahrung zu bringen. Ich habe die Konzepte mehrmals studiert, die Vision, Ziele usw. Mehr und mehr begriff ich, dass es mich doch eher weg von Fashion zieht. Wahrscheinlich auch, weil die sich nicht meldeten (wobei ich die Annahme habe, dass es mein eigener Fehler ist und ich mich einfach nur nicht “richtig” beworben habe, sprich die Materialien unvollständig waren). Mein Gedanke ist, dass ich in Hamburg viel mehr über Branding und Marken lernen kann als in Amsterdam. Ich erkannte mehr und mehr die Vorteile, welche mir Hamburg bietet.

Ich kann jederzeit später in die Modebranche einsteigen, dessen bin ich mir sicher. Sich im Studium darauf zu beschränken, erscheint mir heute als die schlechtere Variante. Ich konnte einen meiner besten Freunde, aus meinem Internat, ebenfalls von der BA überzeugen und hätte somit einen guten Freund in Hamburg an meiner Seite. Ich will also nun nach Hamburg an die Brand Academy. Das Gute ist, dem steht auch nichts im Wege. Hier will ich jetzt aufhören…es reicht! Ich finde, dass diese Email ein gelungenes “Auf dem Stand halten” ist… Aber ich muss auch zugeben, dass ich Ihnen alles erzählen wollte.

Ich bin Ihnen nach wie vor zu großem Dank verpflichtet. Ich möchte nicht sagen, Sie hätten mein Leben verändert, aber Sie haben mich kräftig geschubst! Ich denke oft an Sie und hoffe, dass wir uns einmal wiedersehen werden! In diesem Sinne…Buenas Noches! Ach ja, ich spreche jetzt fließend Spanisch!

Mit den allerliebsten Grüßen, die man durch eine E-Mail verschicken kann…
Ihr Lukas
Fühlen Sie sich gedrückt!

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