Medizinstudium – auch mit schlechtem Abi

Jedes Jahr gibt es viele Abiturienten, die aufgrund ihrer Noten den Traum des Medizinstudiums aufgeben, während es viele Einserkandidaten gibt, die besser ein anderes Studium gewählt hätten, in dem sie weniger soziale Kompetenzen mitbringen müssen. Doch sollte keiner diesen Traum aufgeben, denn es ist sogar relativ leicht, auch mit einem Abitur-Schnitt mit einer 3 vor dem Komma seinen Traum zu leben. Wie ist das möglich? Wir haben Antworten!

Der eine oder andere mag nun denken „ja ja, man kann für das Medizinstudium ins Ausland gehen“ oder „klar, man klagt seinen Studienplatz einfach ein“. Beides geht in die richtige Richtung, aber in diesem Bereich gibt es bei Eltern und Schülern auch viele Unsicherheiten und Vorurteile, oft gepaart mit ungenauem Wissen. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, möchte ich Ihnen ein Hamburger Unternehmen vorstellen, das sich genau mit dieser Problematik tagtäglich befasst. MediStart ist eines von drei führenden Unternehmen, das sich auf die Beratung und Vermittlung von Auslandsstudienplätzen in Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin spezialisiert hat.

Eine Besonderheit von MediStart ist dabei die akademische Supervision während des Auslandsstudiums. Die Auslands-Betreuung nach Erhalt des Studienplatzes erstreckt sich nämlich nicht nur auf „Alltagsdinge“ wie Hilfe bei der Wohnungssuche etc., sondern es wird auch der Studienverlauf im Ausland durch qualifizierte akademische Berater (Juristen, Ärzte etc.) überwacht und ggf. gegengesteuert, wenn das Studienziel oder der angestrebte Quereinstieg zurück nach Deutschland dies erforderlich machen sollten.

MediStart hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit einer Rundum-Betreuung allen Studierwilligen zu einem Medizinstudienplatz zu verhelfen – egal ob es sich um Humanmedizin, Zahn- oder Tiermedizin handelt.

Vorgehensweise
Während es zunehmend schwieriger wird, einen Erstsemesterplatz einzuklagen, da sich auch immer mehr Unis erstklassige Anwälte leisten, die sich auf Studienplatzeinklagen spezialisiert haben, wählt MediStart den Weg der Quereinstiegsklage. Das bedeutet, dass die Berater zunächst die passende Universität im Ausland heraussuchen, während die spezialisierten Anwälte nach Beginn des Auslandsstudiums die entsprechenden Klagen vorbereiten.

In den klinischen Semestern müssen die Hochschulen ihre Kapazitäten nämlich nach anderen Kriterien als zuvor berechnen. Da die Unis versuchen, sich „klein“ zu rechnen und Geld aus der Lehre in die Forschung zu verlagern, gibt es hier Ansatzmöglichkeiten, dieses in Studienplätze umzurechnen. Das machen sich die Studienplatz-Anwälte zunutze und ermöglichen so nach dem Physikum den Wechsel aus dem Ausland zurück nach Deutschland.

Wie läuft das ab?
„Unser Leitsatz lautet gut hin und gut zurück“, sagt Adrian Kaiser, einer der Berater von MediStart. Dabei wird zunächst nach der am besten passenden Universität im Ausland gesucht. Die Kriterien der einzelnen Hochschulen sind dabei vollkommen unterschiedlich. Während in Ungarn bereits ein NC von etwa 1,9 vorliegen sollte, gibt es Universitäten, die auf die Abi-Note gar keinen Wert legen, sondern Testverfahren haben, einschlägige Berufserfahrung oder den familiären Hintergrund berücksichtigen oder die Motivationsgespräche führen.

So kann es sein, dass ein Bewerber mit einer Abiturnote von 3,3 ohne Probleme einen Medizinstudienplatz bekommt. Ebenfalls werden die Schulfächer sehr unterschiedlich bewertet. So legen die einen auf naturwissenschaftliche Fächer wert, andere setzen ihre Schwerpunkte auf soziale Kompetenz oder andere Elemente.

Letztlich bleiben dann zwei bis drei Universitäten in unterschiedlichen Ländern für eine Bewerbung übrig. Eine Vorbereitung auf den in Deutschland obligatorischen Mediziner-Test ist dabei nicht mehr notwendig. Alle naturwissenschaftlichen Grundlagen werden von den ausländischen Unis in den ersten beiden Semestern ohnehin gelehrt. Allenfalls können kurze Vorbereitungskurse sinnvoll sein.

MediStart selbst hat in den größeren Städten eigene Mitarbeiter vor Ort, die unter anderem bei Meldeformalitäten unterstützen, sich um organisatorische Fragen kümmern und den Kontakt zu einheimischen Studierenden herstellen. Ebenfalls findet zu Beginn und am Ende eines jeden Semesters eine Supervision statt, um zu überprüfen, ob der Student auch tatsächlich planmäßig den Stoff bearbeitet, den er benötigt, um unkompliziert nach Deutschland zurück zu kommen.

Die Bewerbung für den Medizinstudienplatz ist übrigens nicht nur mit einem Abiturzeugnis möglich. Einige Unis öffnen bereits schon jetzt zur Weihnachtszeit ihre Bewerbungsverfahren, da sie sich nicht nur an deutschen Studenten ausrichten, sondern auch an anderen europäischen.

Es macht also Sinn, sich jetzt mit der Thematik intensiv zu befassen, wenn man Medizin im Ausland ab Herbst 2015 studieren möchte, um nicht im Sommer zu spät dran zu sein! Die Aufnahmetests für die ausländischen Unis werden von MediStart zumeist in Deutschland veranstaltet, Interviews werden in der Regel über Skype geführt.

Wie läuft das Studium im Ausland ab?
Ein Semester im Ausland entspricht nicht einem Semester im Deutschland. Was zählt, sind die Leistungsnachweise, die man – sofern man alle notwendigen erhalten hat – in Deutschland beim zuständigen Medizinischen Landesprüfungsamt einreicht und dort die Anerkennung sowie die Berechtigung für das entsprechende Fachsemester erhält.

Die Unterrichtssprache ist an den ausländischen Hochschulen manchmal Deutsch, sonst Englisch, und für den klinischen Abschnitt, in dem auch Patientenkontakt erforderlich würde, sind die deutschen Studenten in der Regel wieder zurück in Deutschland. Für einen Abiturienten ist es kein Problem, den Vorlesungen auf Englisch zu folgen, da in der Regel keine Muttersprachler unterrichten und die Fachterminologie Latein ist, für das es extra eingerichtete Terminologiekurse gibt.

Das Klageverfahren
Das Klageverfahren wird von spezialisierten Anwälten übernommen. Einer von ihnen ist Dirk Naumann zu Grünberg, der Initiator von MediStart, der bereits vielen jungen Menschen zu einem Studium in Deutschland verholfen hat. „Es macht Sinn, das Klageverfahren überlappend zum Auslandsstudium laufen zu lassen, wobei sich die deutschen Unis, bei denen sich eine Klage lohnt, von Semester zu Semester ändern“, sagt Adrian Kaiser. Das Verfahren dauert in der Regel zwischen einem halben und einem Jahr und geht üblicherweise nur über eine Instanz, entschieden wird von den jeweiligen deutschen Verwaltungsgerichten.

Kosten
Die Studiengebühren für die ausländischen Universitäten liegen zwischen 4.000 Euro pro Semester z.B. in Bulgarien und rund 10.000 Euro in Spanien. Hinzu kommen noch die Lebenshaltungskosten. Die Beratungskosten von MediStart sind unterschiedlich hoch und abhängig vom jeweils gewählten Paket. Es wird auch ein reines Erfolgshonorar angeboten, sodass Beratungskosten nur bei tatsächlichem Erhalt des Auslandsstudienplatzes entstehen.

Für das anschließende Klageverfahren sollte man zwischen 1.500 und 2.000 Euro pro verklagter Universität rechnen, wobei etwa sechs Universitäten üblich sind, um den Studienplatzwechsel zurück nach Deutschland zu realisieren.

Das ist ein teures Vergnügen und mag viele abschrecken. Aber ich kann als Berufsberater nur sagen, dass jeder auch wirklich seine Berufung leben und sich nicht von etwaigen Kosten eines Studiums abhalten lassen sollte. In Amerika kostet ein Studium rund 100.000 US-Dollar, nur in Deutschland ist immer noch ein Anspruchsdenken da, dass alles, was mit Bildung zu tun hat, nichts kosten darf.

Wer ein Einser-Abi hat, für den tun sich ja auch keine größeren Schwierigkeiten auf, wem das aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht vergönnt war, der muss eben gewisse Hürden in Kauf nehmen. Auch wenn MediStart empfiehlt, das Ganze ohne Darlehen hinzubekommen, so ist eine Finanzierung sehr wohl möglich. Entweder über inländische Banken, oder aber man lässt sich das Ganze von den Unis finanzieren, wie es beispielsweise in Bulgarien möglich ist. Und diese Finanzierung lässt sich ja hinterher bei sehr guten Gehältern wieder zurückzahlen.

Eine Erfolgsgarantie von MediStart bzw. von den Anwälten gibt es nicht, weil die Entscheidungen der Gerichte und Hochschulen von ihnen nicht beeinflusst werden können. Die Erfolgsquote liegt aber laut MediStart bei nahezu 100 Prozent, was das Studium an der ausländischen Hochschule angeht und bei rund 80 Prozent im ersten Klagedurchgang, wenn es wieder zurück nach Deutschland gehen soll.

Allerdings ist es nicht so, dass jeder wieder zurück will! Es gibt auch einige, die an den ausländischen Universitäten ihr Medizinstudium beenden wollen, weil dort kein seelenloser Massenbetrieb herrscht wie an den deutschen Unis, sondern die Gruppen viel kleiner und die Dozenten motivierter und engagierter sind und sich aufgrund der Rahmenbedingungen die Grundlagen dort viel schneller und besser erlernen lassen.

Wer das Studium im Ausland komplett beendet, besitzt einen europaweit anerkannten Studienabschluss nach EU-Richtlinien, kann problemlos wieder nach Deutschland zurückkehren und ohne Extra-Prüfung die Approbation beantragen. Lediglich bei der Promotion im Ausland muss man hinter manchem Doktortitel die entsprechende Landesbezeichnung oder andere Zusätze führen. Wer nach dem Physikum nach Deutschland zurückkommt, muss auch keine Nachteile in Kauf nehmen, da ohnehin in Deutschland nach dem Physikum an den Unis viel Bewegung herrscht und niemand weiß, wo man zuvor studiert hat.

Meine persönliche Einschätzung
Es ist auch heute bereits möglich, mit einem weniger guten Abiturschnitt in Deutschland ohne Berater und Klageverfahren im ersten Anlauf einen Studienplatz in Medizin zu bekommen, denn es gibt mehr und mehr Universitäten in Deutschland, die sich der Problematik, die Auswahl nur nach NC zu treffen, sehr wohl bewusst sind. Hier zählen z.B. eine einschlägige Berufsausbildung vorab, der Mediziner-Test, persönliche Motivation und einiges mehr.

Die Abiturienten müssten sich also mal die Mühe machen, alle Universitäten herauszusuchen, die jeweiligen Anforderungen aufzulisten und ihr Bewerbungsverfahren über den Hochschulstart entsprechend zu steuern. Die Chancen sind nämlich gar nicht so schlecht. Auch an die privaten Unis wie Witten-Herdecke kann man dabei denken, die einen exzellenten Ruf hat. Die Gebühren hier sind zwar happig, aber das Auslandsstudium gibt es ja auch nicht umsonst. Dieser Vorgang ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Wer jedoch sofort starten will, ohne etwaige Absagen in Kauf zu nehmen, der ist mit der Beratung von Unternehmen wie MediStart und dem entsprechenden Klageverfahren sicher bestens bedient. Und auch hier gilt: Es muss nicht immer ein entweder – oder sein, auch ein sowohl als auch wäre hier möglich, sodass im ungünstigsten Fall lediglich die Honorare von MediStart zu bezahlen sind, wenn man doch über den Hochschulstart seinen Treffer gleich in Deutschland gelandet hat. Und wenn nicht, dann muss man eben mal eine Zeitlang Umwege über das Ausland in Kauf nehmen.

Bildnachweis: © wavebreakmedia – shutterstock.com

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