Mountaincart – der ultimative Spaß in den Bergen

Vermutlich reibt sich manch einer die Augen, dass ich nun auch noch über Freizeitaktivitäten schreibe. Mit Berufsberatung hat das ja nun wirklich nichts zu tun. Aber erstens schreibe ich ohnehin schon viele Artikel, die nicht unmittelbar mit Berufsberatung zu tun haben, zweitens macht es mir Freude, jungen Leuten Impulse zu geben – für was auch immer, und drittens bin ich mit einem Ehemann gesegnet, der nichts lieber tut, als in seiner Freizeit lauter verrückte und neue Dinge auszuprobieren. So komme ich immer wieder in den Genuss, selbst etwas auszuprobieren oder zumindest von seinen Abenteuern zu hören, wenn mich meine Arbeit nicht loslässt und er alleine loszieht. 

Es ist Sommerzeit, nicht jeder fährt in den Urlaub und wenn doch, dann in der Regel nicht sechs lange Wochen. Wie kann man also seine Freizeit im Sommer verbringen, wenn man nicht jeden Tag am Eisbach liegen oder man generell mal etwas Abwechslung in den Ferien-Alltag bringen will?

Wer die Berge liebt, der hat mit Mountaincart den ultimativen Freizeitkick!

Die Mountaincarts sehen aus wie etwas futuristische Dreiräder für Kinder, können allein oder zu zweit gefahren werden (wenn Eltern ihre kleineren Kinder mitnehmen möchten) und sind kinderleicht handhabbar. Die Mountaincarts sind mittlerweile an vielen Bergstationen auszuleihen und man kann selbst entscheiden, ob man sich mit der Seilbahn hinaufbringen lässt oder sie hochziehen möchte. Sie wiegen etwa 19 kg und man sieht dann aus wie Marcel Hirscher im Sommertraining. Oder man wendet sich an einen Veranstalter.

Auf der Webseite des Herstellers findet man sowohl die großen Bergstationen in Österreich, der Schweiz, Italien, Slowenien, Slowakei und Serbien als auch deutsche und österreichische Veranstalter. In Bad Aibling beim Hersteller lassen sich die Mountaincarts auch einfach mal testen. Empfehlen können wir z.B. den Anbieter „Sport am Jet“ in Flachau, wo der Spaß anderthalb bis zwei Stunden dauert.

Wir selbst sind vor einigen Jahren in Brannenburg mit einer größeren Gruppe gefahren, die sich unten am Parkplatz getroffen hat. Nach einer Einweisung haben wir unsere Rucksäcke mit Getränken, Brotzeit und Kameras geschnappt, und der Gurt vom Cart wurde um die Hüften geschnallt. Interessant ist, dass das Zugseil etwas länger ist, was die Hebelwirkung positiv verändert, sodass man das Cart kaum spürt. Im Grunde genommen fühlt es sich an, als wenn man einfach nur mit Wanderstöcken den Berg hochwandert.

Am Berg oben angekommen, da war es etwa eine Stunde später, wurden die Carts ausgeklinkt, und wir haben uns in der Alm gestärkt. Oben gab es noch mal eine erweiterte Einweisung, vor allem, was das Bremsen angeht. Die Carts sind technisch absolut ausgereift – mit Hydraulikbremsen, ähnlich wie beim LKW, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Die Carts haben keinen Motor, sodass man weder Lärm macht, noch Dreck in die Luft pustet; das heißt aber auch: man braucht zwingend ein Gefälle.

Man ist als Fahrer wirklich mit der Natur verbunden, aber das schönste beim Mountaincartfahren sind, ähnlich wie beim Motorradfahren, natürlich die Kurven, in die man hineindriftet. Der Ursprungsgedanke des Erfinders Herrn Jeßberger, der gern gewandert ist, war es, eine Möglichkeit zu haben, nach einer schönen und ermüdenden Wanderung auf einfache Weise wieder vom Berg herunterzukommen.

Was das Bedürfnis und der Erfindergeist eines Einzelnen bewirken können, zeigen die aktuellen Zahlen: In den letzten 10 Jahren ist das Mountaincartfahren so gut angenommen worden, dass es eine Million Abfahrten gegeben hat und das Angebot stetig ausgebaut wird. So ist beispielsweise geplant, dass es bald Mountaincartfahren auch am Spitzingsee gibt.

Mountaincart ist noch nicht genug Action?

Wer beim Mountaincart abwinkt und meint, das sei mittlerweile ein alter Hut, den können wir mit dem Swincar E-Spider befriedigen, der so brandneu ist, dass es ihn noch nicht gibt. Jedenfalls nicht jetzt, noch nicht in Deutschland und noch nicht zum Verleih. Wir sind uns aber sicher, dass sehr bald einer der großen Veranstalter diese Teile im Programm haben wird!

Im Gegensatz zum Mountaincart hat das Swincar einen Elektroantrieb und ist damit nicht abhängig vom Gefälle – mit dem Swincar kommt man überall hin. Und ich meine wirklich überall. Die Radaufhängung ist schon waghalsig konstruiert und die Räder (hier sind es vier) sind an Auslegern befestigt, die wie Spinnenbeine vom Chassis abstehen – daher auch der Name „E-Spider“. Dadurch kann der Fahrer so gut wie jedes Gelände befahren, ohne seine eigene Senkrechte zu verlieren.

Mit diesem Gerät kann man nicht nur über Stock und Stein fahren, auch Steilhänge lassen sich recht leicht bewältigen. Da sich die gefederten Beine dem Untergrund anpassen, lassen sich hervorragend Kurven fahren und ermöglichen eine Seitenlage ähnlich wie beim Motorrad.

Bis zu 70 Grad Steigung und bis zu 50 Prozent Seitenlage sind hier möglich! Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h, doch Tempo spielt hier wahrlich keine Rolle.

Entwickelt haben das Swincar E-Spider die drei Franzosen Pascal Rambaud, Jerome Arsac und Thierry James von der Firma Mécanroc, die etwa acht Jahre lang am Swincar E-Spider gearbeitet haben, bevor nun der Produktionsstatus erreicht wurde. Im Gegensatz zum Mountaincart, das zwischen 1.500 und 2.200 Euro kostet und somit auch erschwinglich ist für „jedermann“, ist das Swincar E-Spider mit voraussichtlich 10.000 bis 12.000 Euro vergleichsweise teuer.

Daher werden Bergstationen vermutlich nicht so schnell zugreifen, um sich mit diesem Gefährt einzudecken, zumal Umweltschützer sehr wahrscheinlich irgendwann Sturm laufen würden angesichts der Massen, die sich dann außerhalb der Wege bewegen – denn dafür wurde es ja konzipiert. Aber es ist eine hervorragende Sache für Menschen, die in den Bergen in unwegsamem Gelände leben und für die großen Veranstalter, bei denen man ein Abenteuer mit dem Swincar E-Spider buchen kann.

Da dieses witzige Gefährt noch nicht zum Verleih steht, konnten wir es leider noch selbst nicht testen. Aber ich bin mir sehr sicher, dass mein Mann einer der ersten sein wird, der damit eine kleine Tour durch schwer zugängliches Gelände wagt, sobald die Möglichkeit dazu besteht.

Bildnachweis: © Sport am Jet

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