Facebook – Das problematische Netzwerk

Facebook_shutterstock_74314801_edharUnerwünschte Werbung, unübersichtliche Einstellungen, wenig Datenschutz – kaum ein Soziales Netzwerk lässt so sehr die elterlichen Alarmglocken schrillen, wie es Facebook tut. Aber muss man es deswegen gleich verdammen? Urteilen Sie selbst.

Das Soziale Netzwerk Facebook wurde 2004 als „The Facebook“ von Mark Zuckerberg  an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts gegründet. Seit dem Börsengang im Sommer 2012 gehört das Unternehmen Facebook Inc. einem Konglomerat von Anteilseignern. Als Gründer und CEO (Vorstandsvorsitzender) nimmt Mark Zuckerberg immer noch eine besondere Stellung im Unternehmen ein, das heute seinen Hauptsitz in Menlo Park (Kalifornien) sowie weitere Standorte weltweit unterhält, wie bspw. in New York, Tokio, Stockholm und Hamburg.

Aufgrund der Börsennotierung des Unternehmens steht Facebook Inc. nun unter einem besonderen Druck, Gewinne zu erzielen.

Es ist davon auszugehen, dass sich dies beispielsweise in der Strategie niederschlägt, den Verkauf von Werbeanzeigen vermehrt in den Fokus zu stellen und neue Konzepte von Werbemöglichkeiten einzuführen. Wie sich das auf die Nutzer auswirkt, wird sich noch zeigen. Der Unmut über ungewünschte Werbung im Internet, die deutlich zugenommen hat, steigt jedenfalls und Facebook riskiert durch seine Strategie, erheblich abgestraft zu werden.
Im Herbst 2012 verkündete Facebook noch die Zahl von einer Milliarde Nutzer – rein rechnerisch ist damit jeder 7. Bürger weltweit mindestens einmal im Monat hier aktiv (Quelle: www.facebook.com/zuck?fref=ts, Eintrag vom 04.10.2012). Und auch in Deutschland erfreut sich das Soziale Netzwerk einer hohen Beliebtheit: laut der JIM-Studie 2012 geben 78% der befragten 12- bis 19-Jährigen an, „täglich oder mehrmals pro Woche“ Online-Communities zu nutzen, wobei Facebook Marktführer bei den deutschen Jugendlichen ist.

So positiv sich das auf den Aktienkurs und die Laune der Aktionäre zunächst auswirken mag, so zunehmend besorgt sind Eltern über die Tatsache, dass ihre Sprösslinge in sozialen Netzwerken herum toben, denn soziale Netzwerke haben den Sinn, dass besonders persönliche Daten und Vorlieben veröffentlicht werden, was eine gewisse Freigiebigkeit voraussetzt. Für die Jugendlichen gibt es hier einen gewissen Gruppendruck.

Verabredungen werden über Facebook getroffen, es wird gechattet, gepostet und Fotos hochgeladen. Wer hier nicht Bescheid weiß, gilt schnell als Außenseiter. Unglücklicherweise scheint sich Facebook alle Mühe zu geben, den Datenschutz für User so kompliziert wie möglich zu gestalten. Hinzu kommt, dass Facebook zwar erst im Alter ab 13 Jahren erlaubt ist, eine Altersverifizierung bei der Anmeldung jedoch nicht stattfindet, d.h. der User kann ein x-beliebiges Datum eingeben. Zusätzlich besteht insbesondere bei Facebook das Problem der Weiterverwendung bzw. Weitergabe von persönlichen Daten, um personalisierte Werbung innerhalb des Netzwerkes schalten zu können.

Die Sorgen der Eltern sind also berechtigt.

Facebook oder andere soziale Netzwerke zu verbieten, ist jedoch weder zielführend noch stärkt es das Vertrauen und die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Viel sinnvoller ist es, den Kindern beizubringen, verantwortungsbewusst mit diesen Medien und den eigenen Daten umzugehen. Dazu sollten sich Eltern die Zeit nehmen, sich intensiv mit dem Anmelde-Prozess bei Facebook auseinanderzusetzen und den Kindern nachvollziehbar zu erläutern, worauf sie zu achten haben und die Anmeldung mit den Kids gemeinsam durchzuführen.

Als sehr hilfreich erweist sich hier „klicksafe“. Klicksafe ist eine Initiative der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet und wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt. Auf www.klicksafe.de/facebook/ stellt die Initiative ihren Nutzern mit verschiedenen gut verständlichen Leitfäden zum Schutz der Privatsphäre eine umfassende Hilfe zur Verfügung. Diese Hilfe beschränkt sich übrigens nicht nur auf unsere Kinder und Jugendlichen, sondern gilt auch für die Nutzung durch Erwachsene.

Bildnachweis: © EDHAR – Shutterstock.com

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