Wie Sie sich erfolgreich bewerben

Positiv auffallen – Das ist es, worum es bei einer Bewerbung geht. Jetzt sind Sie jedoch schon einen Schritt weiter, denn mit Ihrer Bewerbungsmappe / Online-Bewerbung haben Sie bereits gepunktet. Nun müssen Sie im Vorstellungsgespräch bestehen, ohne dass Sie vorher wissen, was Sie erwartet. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie in diesem Artikel.

In den letzten Tagen sind mir zwei Artikel aufgefallen, die meine besondere Aufmerksamkeit erregt haben. Bei dem einen lautete die Überschrift „Das Anschreiben wird überflüssig“, bei dem anderen erklärt eine Bosch-Personalmanagerin, woran sie gute Bewerber erkennt. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Anschreiben wird natürlich nicht überflüssig, im Gegenteil, es hat einen sehr hohen Stellenwert, aber Papier ist bekanntlich geduldig. Sie können hier alles Mögliche hineinschreiben, ob das tatsächlich auch der Wahrnehmung des Personalers entspricht, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Daher werden für Arnim Wahls, Mitbegründer und CEO von Firstbird, zunehmend Referenzen wichtiger. Diese Auffassung teile ich, allerdings hilft das nicht den Jobeinsteigern, und das ist meine Hauptklientel. Für sie geht es also vor allem darum, möglichst schon in der Schulzeit, spätestens aber danach gute Referenzen zu bekommen.

Und hier kommt die Bosch-Managerin ins Spiel. Die Arbeitskultur im gesamten Konzern ist auf drei Punkten ausgerichtet: enjoy, grow, perform — Spaß haben, sich entwickeln, Leistung zeigen. Petra Kama-Welle, Vice President Human Resources, die die Bereiche Organisationsentwicklung und Transformation Consulting verantwortet, hat dieses Konzept mitausgearbeitet. „Aufgabe von Führung ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie Mitarbeitern eine möglichst hohe Selbstwirksamkeit ermöglichen.“

Selbstwirksamkeit ist die Einstellung, die der Mensch zu seinen Handlungen hat, die er ausführt. Je höher die Selbstwirksamkeit ist, desto mehr traut sich der Mensch zu. Ein Mensch mit wenig Selbstwirksamkeit ist eher davon überzeugt, dass sein Leben von außen geprägt wird statt von den eigenen Handlungen. Dementsprechend ist auch seine Einstellung eher negativ geprägt. Oft lassen diese Menschen lieber andere Menschen agieren, als selbst den Antrieb zum eigenen Handeln zu finden. Wie sich so eine innere Grundhaltung für den Einzelnen selbst, aber auch innerbetrieblich auswirkt, ist sehr leicht vorstellbar. Diese Grundhaltung wird meist von Generation zu Generation weiter gegeben.

Lassen Sie uns zurückgehen ins 19. Jahrhundert. Es gibt wunderbare Bücher und Verfilmungen aus dieser Zeit, und eine der Schriftstellerinnen, die ich hier herausheben möchte, ist Jane Austen, die in ihren Romanen kritisch den Finger auf die Wunde legt. Es war eine Zeit, in der der Erstgeborene die Güter bekam, sofern solche vorhanden waren, die anderen männlichen Nachkommen mussten zusehen, wo sie blieben. Viele wandten sich der Bibel zu, andere gingen zum Militär. Frauen hatten so gut wie keine Rechte, und das Einzige, was sie zu bieten hatten, waren Anmut und Schönheit (oder auch nicht) und eine Aussteuer (sofern überhaupt vorhanden). Die größte Sorge der Eltern und der jungen Frauen galt also den Überlegungen, möglichst sicher zu heiraten, um versorgt zu sein und von der Gesellschaft nicht geächtet zu werden.

Liebe spielte eine eher untergeordnete Rolle bei den Vermählungen (außer natürlich bei Jane Austen), vielmehr ging es immer um Sicherheit und das versorgt sein. Man schaute also nach einer passenden Partie, und Männer, die der Zukünftigen einen Heiratsantrag machten, zählten stets die viele Hektar Land, die Hunderte von Schafen, und was weiß ich noch alles auf. Warum erwähne ich das hier? Nun, bis heute hat sich daran nichts geändert. Nur das Objekt der Vermählung ist ein anderes. Die Gleichberechtigung der Frauen hat zwar dazu geführt, dass Frauen arbeiten dürfen und somit unabhängig von einem Mann sein können, aber an dem Sicherheitsdenken hat sich gar nichts geändert. Während früher der Mann die gesamte Verantwortung tragen musste, wird diese Verantwortung heute vielfach an andere Menschen (Kollegen, Vorgesetzte) oder gleich die gesamte Firma übertragen. Das gilt übrigens auch für die Männer. Die sogenannte Gleichberechtigung der Frau hat dazu beigetragen, dass die Masse der Männer echte Probleme mit ihrem Selbstbild hat. Den meisten ist das nicht einmal bewusst. Und das ist auch keine Frage des Alters. Ich kenne sehr viele Menschen in den 50ern, die sind zwar volljährig, aber nie erwachsen geworden… Das können wir täglich sehen bei Debatten von Politikern, bei Vorstandssitzungen und in Meetings sowie im Fernsehen. Die Menschen also, die uns regieren, die Konzerne führen und die, die für unsere Meinungsbildung verantwortlich sein sollen.

Wenn wir echte Persönlichkeit entwickeln wollen, so dass wir Menschen, wie zum Beispiel zukünftige Vorgesetzte oder Personaler, positiv beeindrucken, dann müssen wir an uns arbeiten, und zwar selbst und ständig.

Wir müssen Selbstständige werden für unsere eigene Persönlichkeit.

In den Abschlussgesprächen werde ich immer mal wieder von den Eltern gefragt, was ihre Tochter oder ihr Sohn konkret tun kann, um diese Persönlichkeit zu entwickeln, und meine Antwort ist dann, dass echte Persönlichkeitsentwicklung ohne spirituelles Wachstum nicht möglich ist. Oft ernte ich dann ein süffisantes Lächeln, was mir zeigt, wo die Eltern selbst stehen. Sie machen dann Vorschläge wie, Praktika absolvieren oder ein Seminar zu besuchen. Das sind die althergebrachten Methoden, die sie selbst kennen gelernt, sie aber auch nicht sehr viel weiter gebracht haben.

Spirituelles Wachstum heißt nichts anderes als geistiges Wachstum. Englisch: Spirit, Deutsch: Geist. Punkt. Es gibt keinen Grund, das ins Lächerliche zu ziehen. Grundsätzlich ist gegen ein Praktikum zunächst nichts einzuwenden. Die Frage ist lediglich, welche Intention dahinter steht. Ein Praktikum kann dazu verhelfen, Einblick in besondere Arbeitsweisen zu bekommen. Oder ein Gefühl zu vermitteln, wie man unter Kollegen arbeitet. Oder etwas Selbstsicherheit im Umgang mit anderen zu bekommen. Es kann aber auch sein, dass nichts davon zutrifft.

Wenn etwas nicht jedes Mal, wenn man es versucht, funktioniert, dann funktioniert es nicht.

Bevor wir an dieser Stelle weiter machen, kommen wir zurück auf mein eigenes Leben. Nach meinem verheerenden Autounfall 2004 und der damit verbundenen Nahtoderfahrung war mir schlagartig klar geworden, dass das Leben, so wie wir es wahrnehmen, eine Illusion ist, und dass ich daher mein Leben ändern musste. Ich war wie so viele Menschen in einem Hamsterrad gefangen, in dem ich in der Arbeit mein Bestes gab und mich auspowerte, anschließend ging es auf After-Work-Partys in der Stadt oder auf Treffen mit Freunden. Der Unfall, auch wenn ich ihn nicht verursacht hatte, war eine logische Konsequenz. Wenn ich mein Leben ändern wollte, musste ich meine Geisteshaltung ändern. Das ging natürlich nicht von heute auf Morgen, aber ich blieb beharrlich dran, und mein Leben heute hat mit dem Leben von damals nichts mehr zu tun. Ich probierte vieles aus, manches funktionierte, manches funktionierte nicht, und relativ schnell kam ich auf die Idee, die „geistige Welt“ oder wie immer Sie das nennen wollen, um eine verständliche Hilfe zu bitten hinsichtlich der für mich notwendigen Inspiration. Diese kam immer, und in manchen Tagen, Wochen oder Monaten machte ich Quantensprünge in meiner Persönlichkeitsentwicklung. Wann immer ich mich jedoch „ausruhen“ wollte auf meinen Lorbeeren, also dem bereits erreichten Entwicklungsstand, traten Menschen in mein Leben, die mir aufzeigten, dass ich noch viel an mir zu arbeiten hätte. Das ist ein bisschen lästig, zwingt aber dazu, den KVP, wie man im Business so schön sagt, den Kontinuierlichen Verbesserungs-Prozess, beizubehalten. Je mehr man erfolgreich an seiner Persönlichkeit gearbeitet hat, umso weniger anstrengend wird das Leben.

Wenn Sie an Ihrer Persönlichkeit arbeiten wollen, dann benötigen Sie Inspiration und Tools, die funktionieren. Inspiration bekommen Sie am ehesten, in dem Sie Ihren Geist öffnen, neugierig sind und sich treiben lassen. Befinden Sie sich im Hamsterrad, bekommen Sie keine Inspiration, fummeln Sie ständig am Smartphone herum, in dem Sie etwas spielen oder Nachrichten lesen oder schreiben, bekommen Sie keine Inspiration. Sind Sie ständig von Unruhe oder Lärm umgeben, bekommen Sie keine Inspiration. Sie müssen sich also Zeiträume schaffen, in denen Sie keine Termine haben, an nichts denken müssen und sich in Ruhe etwas treiben lassen können. Das, was Sie benötigen, wird dann auf Sie zukommen.

Auf diese Weise kamen Autoren und ihre Bücher in mein Leben, die mich enorm weiter gebracht haben. Sei es, weil die Zeilen in dem Buch in mir Schalter umlegten, sei es, dass ich mit den Büchern gearbeitet habe, also bewusst Aufgaben gelöst habe. Sie finden in meinem Blog hierzu reichliche Anregungen, ob das nun John Strelecky ist oder Dr. Joe Dispenza. Ich selbst war vor einiger Zeit an einem Punkt angekommen, an dem mir klar war, dass ich etwas Besonderes brauchte. Alles, was ich bisher gelesen oder erarbeitet hatte, war prima, aber es reichte nicht mehr für den nächsten Sprung. Manchmal ist es auch so, dass Sie den nächsten Sprung kennen, Sie also wissen, was zu tun, ist, aber die notwendige Motivation hierzu fehlt.

Meine letzte große Inspiration erhielt ich von einer völlig unerwarteten Stelle, nämlich meiner Freundin. Ihr Leben spiegelt den Klassiker des Hamsterrades wieder, daher hätte ich nicht erwartet, dort meine Lösung zu bekommen. (Sie sehen also, es ist wichtig, immer neugierig und offen zu sein, auch für ganz Überraschendes.) Irgendwo in dem Durcheinander ihrer Wohnung fiel mir ein Büchlein auf mit dem Titel „Karmic Management“. Ich griff danach und blätterte ein bisschen darin herum. „Nimm es mit, wenn Du magst. Ich habe eh keine Zeit, darin zu lesen.“ Das waren ihre Worte. Dabei wäre gerade dieses Buch so hilfreich gewesen, sich aus dem Hamsterrad zu befreien!

Als ich am Abend tiefer einstieg, schaute ich mir noch die anderen Bücher des Autors an und bestellte gleich vier verschiedene. Einmal das „Karmic Management“, damit ich meiner Freundin ihr Buch gleich wieder geben konnte, und drei, von denen mir meine Intuition sagte, dass ich sie benötige. Unsere Intuition hat immer Recht! 🙂

Der Autor dieser Bücher ist Geshe Michael Roache, Amerikaner, Absolvent der Princton University und buddhistischer Mönch. Er hatte 25 Jahre in tibetischen Klöstern verbracht, wurde von unterschiedlichen Lamas ausgebildet und war der erste Amerikaner überhaupt und der erste Westler seit 600 Jahren, der den Titel „Geshe“ verliehen bekommen hat. Um das gleich vorwegzunehmen: Ich halte vom Buddhismus so viel wie von allen anderen Religionen, nämlich nichts. Religionen wurden geschaffen, um Menschen zu trennen, nicht, um sie zu vereinen. Ich schätze aber sehr wohl weise Handlungsempfehlungen, die uns im Leben glücklich und erfolgreich machen. Hier scheint der Buddhismus allerdings eine nicht zu versiegende Quelle zu sein. Leider sind die meisten Bücher in diesem Zusammenhang missverständlich oder schwierig zu lesen oder scheinen nicht in unsere Zeit zu passen. Kein Wunder, hat Buddha vor etwa 2500 Jahren gelebt.

Umso wertvoller und gar nicht hoch genug einzuschätzen sind die Bücher dagegen von Geshe Michael Roache. Denn ihm war das westliche Leben bereits vorher sehr vertraut, und nach seiner Zeit im Kloster schickten ihn die Lamas zurück nach Amerika. Er sollte, das war ihr Wunsch, in New York ins Diamantengeschäft einsteigen (ausgerechnet!) und damit sehr erfolgreich werden. So könne er beweisen, dass er die Prinzipien verstanden hatte und erfolgreich umsetzen könnte. Mit dem Vermögen, was er dort verdiente, sollte er tibetischen Flüchtlingen helfen.

In seinem Buch „Der Diamantschneider“ beschreibt er die Gründung des Unternehmens sowie den Erfolg immer in Verbindung mit den tibetischen Grundsätzen, und das auf leicht verständliche Art und Weise. In „Karmic Management“ hat er diejenigen Grundsätze kurz zusammengefasst, die dafür sorgen, dass Sie beruflich erfolgreich werden. Ich empfehle jedoch unbedingt mit dem Diamantschneider zu beginnen, damit sich die Grundsätze besser einprägen können und die Arbeit mit „Karmic Management“ leichter fällt, denn es ist mehr ein Arbeitsbuch.

Einige der wichtigsten Punkte aus den Büchern führe ich hier auf, um Ihren Appetit zu wecken.

1. Hören Sie auf, Dinge zu tun, die nicht funktionieren. (KM-Regel I)

Wenn etwas nicht jedes Mal, wenn man es versucht, funktioniert, dann funktioniert es nicht. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel aus dem Leben, das wir vermutlich alle kennen, Eltern wie deren Kinder: Unaufgeräumte Kinderzimmer, über die sich insbesondere die Mütter aufregen. Kleidungsstücke liegen verstreut auf dem Boden, Gläser und Joghurtbecher stehen herum, die Erdbeeren in der Schüssel haben schon Beine bekommen, der Schreibtisch gleicht einem Schlachtfeld. Das muss nicht auf jeden Jugendlichen zutreffen, aber ganz sicher auf viele. Die Mutter (es kann selbstverständlich auch der Vater sein) meckert zum Hundertsten Male herum, wie furchtbar es aussieht, und dass jetzt endlich aufgeräumt wird. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Nun, die Strategie der Mutter funktioniert nicht, denn wenn sie funktionieren würde, wäre das Zimmer sauber und aufgeräumt. Sie benutzt immer wieder die gleiche Strategie, die nicht funktioniert und wird immer ärgerlicher. Das eigentliche Problem hier ist nicht das unaufgeräumte Zimmer, sondern die falsche Strategie der Mutter und deren Unfähigkeit, dies zu erkennen oder die mangelnde Übung in der Anwendung neuer Strategien.

Dieses Beispiel können Sie auf alle Problembereiche – private wie berufliche – beziehen. Sie benötigen also Strategien, die funktionieren. Immer. Ohne Ausnahme.

2. Finden Sie die Ursache der Ursachen (KM-Regel II)

Wir neigen dazu, die einfache, offensichtliche Ursache zu sehen, aber nicht die Ursache hinter der Ursache. Ein einfaches Beispiel hierfür ist, wenn Sie den Zündschlüssel Ihres Autos herum drehen, dann ist die Wirkung, dass Ihr Auto anspringt. Der Zündschlüssel wäre demnach die Ursache dafür, dass Ihr Fahrzeug anspringt. Aber was ist, wenn Sie den Zündschlüssel herumdrehen und Ihr Fahrzeug nicht anspringt? Der Zündschlüssel ist demnach nicht die Ursache für das Anspringen des Motors, sondern eher die Batterie.

So geht es uns mit vielen Wirkungen, die wir erzielen. Wir glauben, dass etwas eine Ursache ist, aber in Wirklichkeit gibt es eine Ursache hinter der Ursache. Und die gilt es zu finden. Geshe La nennt es „Karma“. Karma ist alles, was Sie fühlen, denken, sagen und tun. Das hat eine unmittelbare und mittelbare Wirkung. Jedes Mal, wenn wir etwas fühlen, sagen, denken oder tun, prägt sich das in unserem Geist ein. Selbst wenn es noch so unbedeutend zu sein scheint. Man muss sich das vorstellen wie einen Samen. Und so wie aus einem winzigen Samen eine ausgewachsene Pflanze wird, so wird aus jedem Gefühl, jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Tat irgendwann etwas Großes. Bei vielen Menschen wird daraus eines Tages ein ausgewachsenes Problem. Stellen Sie sich einfach eine Eichel vor, die nur ein paar Gramm wiegt und wirklich klein ist im Vergleich zu dem, was aus ihr wird: ein tonnenschwerer Baum. Dieses Bild sollte uns helfen, bei jeder Aktivität (fühlen, denken, sagen, tun) uns bewusst zu sein, dass wir dadurch eine Wirkung erzielen – eine erwünschte oder eine unerwünschte.

3. Beginnen Sie bei sich selbst (KM-Regel IV)

Sie können andere Menschen nicht ändern, sondern nur sich selbst. Aber in dem Maße, wie Sie sich ändern, in dem Maße, wie Ihr Bewusstsein zu den Dingen wächst, wird sich das Verhalten der anderen um Sie herum ebenfalls ändern. Stellen Sie sich vor, Sie kommen jeden Morgen vollkommen entnervt und abgehetzt zu Ihren Kollegen ins Büro, haben schlechte Laune und behandeln andere Menschen unfreundlich. Sehr schnell wird sich die Stimmung im Büro verändern. Das gesamte Team wird mit der Zeit entnervt, die Stimmung immer schlechter, die Performance geht zurück. Das können Sie übertragen auf andere Situationen: auf die Schule und den Klassenraum, auf das Studium, auf die Wohngemeinschaft oder auch auf die Familie. Wie viele Eltern kommen abends müde und oder entnervt von der Arbeit nach Hause, wo bereits jemand wartet, der Aufmerksamkeit benötigt wie der Partner oder die Kinder. Konflikte sind hier vorprogrammiert.

Wenn Sie jetzt schon verstanden haben, dass die Ursache der Ursache Sie selbst sind (und nicht der blöde Kollege, der Sie schon lange nervt, die Kunden, die nicht zahlen wollen, der Chef, der Sie angebrüllt hat), dann sind Sie schon einen ganzen Schritt weiter, denn Sie wissen nun, dass Sie an sich arbeiten müssen. Allerdings ist das anstrengend und kostet Zeit. Ich kann Ihnen jetzt schon sagen: Sie kommen nicht darum herum, sich diese Zeit zu nehmen und ein paar Anstrengungen auf sich zu nehmen, wenn Sie langfristig Ihr Leben leichter machen wollen. Daher ist es absolut notwendig, dass Sie genügend Energie haben. Hierfür hat Geshe Michael Roache ein 7-Punkte-Programm.

  1. Machen Sie Yoga
    Yoga-Übungen wurde über Tausende von Jahren entwickelt, um die feinen Energiebahnen, auf denen unsere Gedanken innerhalb unseres Körpers reisen, effektiv zu beeinflussen. Wenn Sie Yoga richtig machen, wird Ihr Verstand klarer. Ich muss dazu gleich sagen, dass ich viele Yoga-Lehrer kennen gelernt habe, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Ich bin nur einer guten Lehrerin begegnet, und das war in Sri Lanka. Alle anderen haben Yoga als Sport- oder Leistungsprogramm gesehen, und das ist es keineswegs.
    Am besten suchen Sie sich einen Yoga-Lehrer, der viele Jahre in Indien die Praxis gelernt hat und sein Ego gleich dort gelassen hat. Zusätzlich empfehle ich dringend das Buch „Damit Yoga wirkt“ vom selben Autor. Es ist ein wunderbares Buch! Bei Amazon konnte ich eine Leseprobe nehmen, die mich so gepackt hatte, dass ich sofort an der Stelle weiter gemacht habe, wo die Leseprobe aufhörte, als das Buch bei mir ankam. Wer möchte kann über yogastudiesinstitute.org online einsteigen oder auch dort weitermachen, wenn er bereits Yoga praktiziert.
  2. Beginnen Sie zu meditieren
    Meditation verändert alles! Sie werden ruhiger, Ihr Verstand wird schärfer, Sie sehen mehr Möglichkeiten und finden bessere Lösungen für Probleme. Dadurch, dass ich meditiere, benötige ich weniger Schlaf. Das nur am Rande für diejenigen, die meinen, Sie hätten die Zeit nicht… Letztlich ist ohnehin alles eine Frage der Prioritäten, denn wir alle haben gleich viel Zeit.
  3. Folgen Sie einem persönlichen Ethik-Code
    Wie ethisch wir in unserem Alltag mit anderen Menschen umgehen, ist das spezielle Karma, das bestimmt, wie wir denken. Hier sind ein paar Elemente, die dieser Code beinhalten sollte:
    – Leben schützen
    Verletzen Sie keine Menschen oder andere Lebewesen physisch. Das gilt auch für die Spinne an der Wand, die mittels Glas vorsichtig nach draußen transportiert werden kann, ebenso wie für lästige Fliegen oder aggressive Wespen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und denken Sie daran: Auch Pflanzen haben ein Bewusstsein.
    – Respektieren Sie das Eigentum anderer
    Hierzu zählen z. B. die privaten Telefonate während der Arbeitszeit oder die Mails und SMS des Partners auf dessen Handy.
    – Respektieren Sie die Beziehungen anderer
    – Seien Sie aufrichtig
  4. Hören Sie nicht auf zu lernen
    Entwickeln Sie sich weiter, lernen Sie eine andere Sprache oder zu kochen. Es hält Ihren Geist klar und scharf.
  5. Helfen Sie anderen
    Wenigstens einmal am Tag sollten Sie ganz bewusst etwas für jemandem tun. Das kann auch eine Kleinigkeit sein. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Umgebung, und Sie werden immer etwas finden, wo Sie helfen können.
  6. Essen Sie gekonnt
    Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, in der wir darauf trainiert sind, zu viel und zu schlecht zu essen. Das macht eine ganze Zivilisation langsam, müde und geistig träge. Es braucht Weisheit, Intelligenz und Durchhaltevermögen, sich neue Essgewohnheiten anzutrainieren.
    Wenn Sie regelmäßig Yoga machen, werden Sie immer weniger Appetit auf ungesunde Nahrung haben. Somit müssen Sie nicht verzichten. Und vermeiden Sie grundsätzlich Nahrungsmittel, die schlechtes Karma angesammelt haben. Die Herstellung von Fleischprodukten ist mit unvorstellbaren Leid für täglich (!) Hunderttausende von fühlenden Wesen verbunden. Diese Panik, die Ängste, der Horror, die Schmerzen – das essen wir alles mit. Und das macht etwas mit uns. Wer unbedingt Fleisch essen will, der sollte sich das Tier vielleicht selbst schießen, so wie es die Jäger tun. Die Tiere hatten im Wald ein gutes Leben und waren im Sekundenbruchteil tot. Ganz grauenhaft ist das Fleisch in den Supermarktketten, und ganz ehrlich: wir haben keine Ahnung, was wirklich in der Wurst drin ist, die von Tönnies, Hoeneß, Herta und Konsorten produziert wird. Wer jemals ein glückliches Schwein oder Ferkel gesehen hat, und dann sieht, wie die Betriebe mit diesen sensiblen Wesen umgehen, der rührt das Zeug nie wieder an.Versuchen Sie, in Ihrem Tempo den Verzehr von Fleischprodukten aufzugeben. Die Proteine lassen sich wunderbar ersetzen durch gesundes Gemüse, und wer mag, der trinkt Eiweiß-Smoothies, sinnvollerweise mit Reisprotein, um seine Zellen hinreichend vor der 4G- und 5G-Technologie zu schützen.
  7. Pausen und Entspannung
    Viel wirksamer ist es, alles aus der Wohnung oder dem Zimmer zu werfen, das ein Jahr nicht mehr benutzt wurde, das Sie nicht lieben oder das nicht mehr passt (Kleidung), denn all das nimmt Platz in Ihrem Geist ein. Hören Sie auf, Zeitung zu lesen, denn die Informationen (ob nun Fake oder nicht) bringen Sie persönlich nicht weiter. Schalten Sie den Fernseher aus (es sei denn, Sie interessieren sich ganz bewusst beispielsweise für eine Doku), denn auch da läuft nur Blödsinn, der uns Menschen ablenken und geistig gefangen halten soll.Gehen Sie stattdessen raus, schauen Sie in die Bäume, sehen Sie den Vögeln zu, oder schauen Sie sich abends den Sternenhimmel an. Das bringt Ihren Geist zur Ruhe und lässt Sie besser schlafen. Denn ein gesunder Schlaf ist enorm wichtig für Seele, Geist und Körper.
    Und wenn Sie dann ins Bett gehen, dann machen Sie eine Kaffeemeditation. Der Begriff kommt von Geshe Michael Roache, und diese Meditation ist eine hervorragende Sache! Sie legen sich gemütlich ins Bett und vor dem Einschlafen denken Sie an all die guten Taten, die Sie an diesem Tag begangen haben. Es gab keine? Dann sorgen Sie dafür, dass es welche gibt, denn Sie wollen doch ein besseres Leben, oder?
    Seien Sie sich bewusst, dass jede gute Tat, und sei sie noch so klein, ein Samen ist, der im Laufe der Zeit immer größer wird. Lassen Sie sich etwas einfallen. Seien Sie achtsam mit Ihrer Umwelt, und Sie werden leicht etwas finden, wo Sie anderen helfen oder eine Freude machen können. Ein paar Beispiele gefällig?
    In meinem Bio-Laden in London bekommt man ein kleines Kärtchen, das bei jedem Einkauf abgestempelt wird. Nach dem 10. Einkauf gibt es dann einen Nachlass. Dieses Kärtchen habe ich einer Kundin, einer alten Dame, geschenkt, die nicht so aussah, als ob es ihr finanziell leicht fallen würde, dort einzukaufen. Diese Überraschung und Freude in ihrem Gesicht war einfach nur großartig.
    In London fahre ich ausschließlich öffentlich (vermutlich wäre ich einem Herzinfarkt nahe, wenn ich mich dort mit dem Auto bei Linksverkehr (!) durchquälen müsste). Die Schwarzen haben oftmals die Angewohnheit, beim Aussteigen aus dem Bus dem Fahrer „Thank you, Driver“ zuzurufen. Ich mache das öfter mal beim Einsteigen, wenn ich an ihm vorbeigehe, und zwar immer dann, wenn er besonders muffelig aussieht. So zaubere ich ihm ein Lächeln aufs Gesicht.
    Da sind nur zwei Beispiele, die Sie auch in Deutschland umsetzen können, und es gibt noch Millionen anderer Möglichkeiten, anderen Menschen eine Freude zu bereiten.
    Und darüber denken Sie am Abend nach bevor Sie einschlafen. Und nochmal, ganz wichtig: Seien Sie sich bewusst, dass Sie einen kleinen Samen setzen, der sich zu etwas Großem entwickelt. DAS ist der Grund, warum Sie es tun.

4. Schluss mit Entscheidungen (KM-Regel V)

Wir treffen Entscheidungen, weil wir nicht genau abschätzen können, wie wahrscheinlich es ist, ob etwas funktioniert oder nicht. Nehmen wir hierzu ein passendes Beispiel:

Sie haben sich bei mehreren Firmen beworben, und zwei sind im Rennen. Beide Firmen haben Ihnen ein Angebot gemacht, und nun stehen Sie vor der Wahl, die Entscheidung für eine von ihnen zu treffen.

 

 

 

Sie sehen an dieser einfachen Grafik, dass sowohl die eine Firma als auch die andere Firma für Sie funktionieren kann oder auch nicht funktionieren kann. Jetzt können Sie noch eine Menge Pros und Kontras darunter schreiben und sind im Grunde genau so weit wie vorher. Und es ist unglaublich anstrengend, sich mit diesen Fragen und Unsicherheiten auseinander zu setzen.

 Also hören Sie auf, Entscheidungen zu treffen.

Was tun Sie stattdessen? Sie folgen Ihrer Intuition, Ihrem Herzen, Ihrer inneren Stimme…

5. Laden Sie Ihre Handlungen auf (KM-Regel VI)

Hören Sie auf Entscheidungen zu treffen, denn das funktioniert nie (Sie haben doch schon am Anfang erfahren, dass etwas nicht funktioniert, wenn es nicht immer funktioniert). Laden Sie Ihre Handlungen auf, denn das funktioniert immer. Wie laden Sie Ihre Handlungen auf? Indem Sie das tun, was wir bis jetzt besprochen haben, indem Sie all Ihre Kraft in den Erfolg Ihrer Entscheidung legen, und indem Sie andere Menschen erfolgreich machen. Dann werden Sie ebenfalls erfolgreich sein. Wie weit Sie damit kommen, liegt nur bei Ihnen und Ihrer regelmäßigen Umsetzung.

6. Spitzen Sie Ihre Probleme zu (KM-Regel VII)

Khen Rinpoche, ein großartiger tibetischer Lama, sagte:

„Probleme sind etwas sehr Gutes, denn sie zeigen dir, wo deine Probleme liegen.“

Das mag jetzt etwas überheblich klingen, insbesondere in den Augen oder Ohren von jemandem, der gerade tief in seinen Problemen steckt, aber in diesem Satz steckt so viel Wahrheit. Unsere Probleme, die wir haben, zeigen uns, was in unserem Leben nicht läuft. Und unser Leben läuft nicht, weil wir diejenigen Samen gesät haben, die zu diesen Problemen führen. Wir müssen also erkennen, welche Samen wir gesät haben und ganz bewusst uns für die Samen entscheiden, die zu dem führen, was wir wollen. Hier sind die Bücher von Geshe Michael Roache unglaublich hilfreich, weil er an über Hundert Beispielen aus dem Berufsleben und dem Privatleben erläutert, welche Samen Sie pflanzen müssen.

Bleiben Sie dran! Das sollte fürs erste genügen.

Wenn Sie anfangen, all das zu beherzigen, dann werden Sie eine großartige Persönlichkeit mit einer hohen Selbstwirksamkeit und einer Freude an der eigenen Entwicklung. Sie finden dann auch genau das Unternehmen, in dem Sie viel Spaß haben werden, in dem Ihr ZDE, der Zweck der Existenz, zu dem ZDE des Unternehmens passt. Darüber hat ja bereits John Strelecky ausführlich in seinen Büchern über die Big Five for Life geschrieben.

Ältere Arbeitnehmer werden sich in Zukunft überlegen müssen, wie es mit ihrer eigenen Selbstwirksamkeit aussieht und was sie bisher getan haben, um ihre bisherigen Firmen weiter zu bringen. Da wird es die einen geben, denen wirklich viel hierzu einfällt, und es wird viele andere geben, denen womöglich nichts einfällt. Was sollte einen Personaler veranlassen, einen Mitarbeiter einzustellen, der in seinem bisherigen Berufsleben nichts Besonderes dafür getan hat, dass seine Firma erfolgreich ist / bleibt? Wen würden Sie einstellen? Einen Bewerber, der in der Vergangenheit seine Selbstwirksamkeit bewiesen hat, oder einen Bewerber, dem dazu nichts einfällt? Aha!

Wenn Sie noch Schüler sind, sagen wir 17 Jahre alt, im Gymnasium und auf Ihr Abitur zugehen, dann werden Sie sich vielleicht fragen, was das alles mit Ihnen zu tun hat. Nun, ich habe über Tausend junge Menschen bei mir sitzen gehabt. Davon hatten einige nichts zu bieten außer einem guten Abitur und sonst nicht viel (manche noch zusätzlich einen Sack voller psychischer Probleme). Und andere hatten vielleicht nicht so rasend gute Schulnoten, besaßen aber echte Persönlichkeit. Sie haben in ihrer Sportart Kinder oder Jugendliche trainiert, oder sie waren bei den Pfadfindern, oder bei der Freiwilligen Feuerwehr, oder im DLRG oder was es sonst noch gibt.

Je früher Sie anfangen, all diese Hinweise, die Sie hier erhalten haben, in Ihr Leben zu integrieren, umso schneller und umso stärker werden Sie Persönlichkeit entwickeln, und umso leichter wird es Ihnen im Berufsleben gelingen, höchst erfolgreich zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Untenstehende Ziffern bitte eingeben * Zeit abgelaufen. Bitte das CAPTCHA nochmal laden.